• Daniela Föller

Wie läuft eine Zahnsanierung bei der Katze ab?

Die Voruntersuchung

Da die meisten Katzen mit Zahnproblemem schon etwas älter sind, ist es vor der Zahnbehandlung wichtig den allgemeinen Gesundheitszustand mit besonderem Augenmerk auf die Narkosefähigkeit zu überprüfen. Dazu erfolgt eine gründliche allgemeine Untersuchung und ggf. Blutdruckmessung und Blutuntersuchung. Für evtl. weitere notwendige Untersuchungen steht ein hauseigenes Labor, sowie digitales Röntgen und Ultraschall zur Verfügung. Diese Voruntersuchung findet einige Tage vor der geplanten OP statt.


Die Narkose - Sicherheit geht vor

Alle Zahn-OPs erfolgen mit Inhalationsnarkose und Monitoring, das ist die Patientenüberwachung mit Atmungsüberwachung, CO2-Messung, Pulsoxymetrie und EKG. Außerdem erhält jeder Patient während der Operation eine Dauertropfinfusion über einen Venenzugang. Die Schmerzfreiheit während der OP wird über die Verabreichung eines Opiats und Lokalanästhesien sichergestellt.


Zahnreinigung und Behandlungsplan

Als erstes wird der Zahnstein entfernt und der Zahnstatus mit Hilfe von einer gründlichen optischen Betrachtung, dem Sondieren mit einer speziellen abgerundeten Sonde, und Röntgenaufnahmen des Gebisses mittels digitalem Dentalröntgen ermittelt. Alle Befunde zusammen geben ein klares Bild über den Zustand des Gebisses und führen zum Behandlungsplan.


Die Zahnsanierung

Direkt im Anschluss wird die Behandlung durchgeführt. Dabei wird Schritt für Schritt der Behandlungsplan ausgeführt. Paradontaltaschen werden sorgfältig gereinigt. Lockere Zähne, oder solche mit resorptiven Läsionen (FORL) oder einer starken Beeinträchtigung durch Knochenrückbau (Parodontose), werden sorgfältig extrahiert. Und die entstandenen Wunden mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen. Im Anschluss an jede Extraktion sollte ein Kontrollröntgen erfolgen.

Die Aufwachphase

Für die Aufwachphase stehen moderne Boxen mit Fußbodenheizung und Videoüberwachung zur Verfügung. Erst wenn Dein Liebling wach und kreislaufstabil ist, wird er in die häusliche Pflege entlassen. Vor der Abholung wird noch ein kurzer Check up durchgeführt und der Venenzugang gezogen.


Nachsorge zu Hause

Am OP-Tag ist erstmal Ruhe und Kuscheln angesagt. Die Katze sollte in einem sicheren Raum untergebracht sein. Das heißt, es sollte kein hoher Kratzbaum oder andere Möbel, von denen man abstürzen könnte, vorhanden sein. Außerdem ist auf eine warme Umgebungstemperatur zu achten. Am Nachmittag darf die erste Mahlzeit angeboten werden. Diese sollte in den ersten Tagen aus weichem Futter bestehen. Z.B. Dosenfutter oder gekochte/gedünstete Nahrung. Die meisten Katzen zeigen spätestens nach 2 Tagen wieder ein normales Fressverhalten.



Medikamente

Nach Zahnextraktionen benötigen alle Katzen für einige Tage ein Schmerzmittel. Welches das ist, wird individuell nach dem Gesundheitszustand der Katze entschieden. (So erhalten nierenkranke Katzen z.B. kein NSAID, sondern ein Opiat...) Auch die Gabe eines Antibiotikums erfolgt nach individueller Identikationsstellung.



Sie haben weitere Fragen?

Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin zu einer Voruntersuchung mit ausführlichem Beratungsgespräch!






Gern arbeiten wir auch mit Deinem Haustierarzt zusammen!

  • Daniela Föller

Ich wünsche dir und deinen Vierbeinern ein frohes und gesundes neues Jahr!

Es wird mit Sicherheit genauso turbulent wie 2021 werden, aber hoffentlich im positiven Sinne.

In meiner Praxis startet der Januar direkt mit vielen Neuerungen!


Ich freue mich sehr, die Tierärztin Nadja Atrissi als neues Teammitglied vorstellen zu dürfen. Frau Atrissi hat ihre bisherige berufliche Laufbahn in verschiedenen Tierkliniken in Leipzig, Wien und Frankfurt verbracht und unterstützt mich ab Januar als zweite Tierärztin in Vollzeit. Neben der allgemeinen Tiermedizin liegen ihre Stärken im Bereich der inneren Medizin, Ultraschalldiagnostik, Notfallmedizin und stationären Intensivmedizin. Ein besonderer Interessenschwerpunkt liegt dabei auf der Gastroenterologie. Sie ist genau die Richtige wenn es darum geht, in detektivischer Kleinarbeit, die Ursache für Erkrankungen herauszufinden. Neben aller Kompetenz bringt sie auch eine riesengroße Portion Einfühlungsvermögen und Liebe zum Tier mit. So ist sie in ihrer Freizeit als Hundetrainerin tätig. Dabei liegt ihr das Training von „schwierigen Kandidaten“ besonders am Herzen.


Durch die tierärztliche Unterstützung werden wir sowohl Wartezeiten auf Behandlungs- und OP-Termine deutlich verkürzen, als auch die Termine innerhalb des Tages pünktlicher starten können.


Ich selber freue mich sehr darauf mich wieder mehr der chiropraktischen und osteopathischen Behandlung von Hunden und Pferden widmen zu können. So wird es im kommenden Jahr wieder regelmäßig „Pferde-Behandlungstage“ geben. Die entsprechenden Termine werde ich zukünftig auf der Homepage und bei Facebook veröffentlichen.


Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit zur Online-Terminvereinbarung. Ab Januar kannst du über einen Link auf der Praxishomepage oder direkt mit der PetsXL-App Behandlungstermine online buchen. Jederzeit und ohne umständliches Telefonieren. Du kannst einen Behandlungsgrund auswählen und bekommst dann mögliche Termine zur Auswahl gestellt. Diese Funktion wird ab 01 Januar für die häufigsten Behandlungen zur Verfügung stehen und dann stetig erweitert werden. Für erklärungsbedürftige Behandlungen, die online nicht genannt werden, müssen Termine weiterhin telefonisch vereinbart werden.


Wenn du nur einen Termin für Kleinigkeiten brauchst (z.B. Blutentnahme für Kontrolluntersuchungen, Krallen kürzen, Analdrüse entleeren, Antiparasitika-Beratung, Verfilzungen des Fells auskämmen…), und keine Beratung durch einen Tierarzt benötigst, kannst Du in Zukunft auch einen Termin bei einer TFA (tiermedizinischen Fachangestellten) buchen, und sparst so die Konsultationsgebühr.


Ab Januar arbeiten wir mit der PetsXL-App. Über diese App hast Du wichtige Gesundheits-Informationen deines Tieres (Behandlungsbefunde, Röntgenbilder, Blutbilder, Medikamentenpläne…) jederzeit am Computer oder Smartphone verfügbar. Du kannst über die App Termine vereinbaren, Medikamente bestellen, dich an die Tabletteneingabe deines Lieblings erinnern lassen und vieles mehr.


Die seit Oktober 2021 eingeführte Kooperation mit der „Kleintierkardiologie Giessen“ hat sich bewährt und wird in 2022 weitergeführt. Frau Dr. Estelle Henrich (Diplomate des ECVIM – CA Kardiologie, Fachtierärztin für Innere Medizin der Klein- und Heimtiere, Mitglied des Collegium Cardiologicum) kommt alle 4-6 Wochen zu uns nach Neuhof und führt kardiologische Untersuchungen bei Hunden und Katzen durch. Dieser Service steht für alle Tierbesitzer offen. Auch für Tierbesitzer, die einen anderen Haustierarzt haben und nur zur kardiologischen Abklärung nach Neuhof kommen. Befunde und Behandlungsempfehlungen werden selbstverständlich an den behandelnden Haustierarzt gesendet.


  • Daniela Föller

Ich möchte Euch heute einmal zeigen, wie eine typische Zahnsanierung abläuft. Unsere Patientin ist die 7 jährige Chihuahua-Mix Hündin Luna. Bei Luna wurde von einem Kollegen vor ca. 6 Monaten eine Zahnsteinentfernung vorgenommen. Dabei wurde der vorhandene Zahnstein entfernt und die Zähne aufpoliert, aber keine weiteren Untersuchungen vorgenommen. Nach einigen Wochen fiel dem Besitzer jedoch erneut ein unangenehmer Geruch aus dem Maul auf, obwohl nur sehr wenig Zahnstein vorhanden war. Leider findet Luna Tierärzte ziemlich doof, und eine eingehende Untersuchung des Mauls konnte in wachem Zustand nicht vorgenommen werden. Bei vorsichtigem nach hinten ziehen der Lefzen konnten wir jedoch sehen, dass mindestens ein Zahn im Oberkiefer vereitert war. Also wurde ein Termin für eine Zahnsanierung in Narkose vereinbart.


2 Wochen später war der große Tag gekommen. Als Luna in Narkose lag, wurde zunächst der vorhandene Zahnstein grob entfernt und der Zahnstatus per Sondierung ermittelt.

Uns bot sich folgendes Bild:


(Der Schlauch, den Ihr im Maul liegen seht, ist ein Tubus. Er liegt in der Luftröhre des Hundes, dichtet diese gegen Partikel und Wasser, das bei der Behandlung freigesetzt wird, ab und versorgt den Hund während der Narkose mit Sauerstoff und Narkosegas. Das Metallstück an den Fangzähnen ist ein Maulspreizer, er hält das Maul während der Untersuchung geöffnet, damit man eine bessere Übersicht hat.)

Schon nach dieser ersten Sondierung war klar, dass bei Luna heute einige Zähne gezogen werden müssen. Um ein vollständiges Bild des Zahnstatus zu bekommen, wurden zusätzlich Dentalröntgenbilder angefertigt.




Hier ist ein Beispielbild vom linken Oberkiefer. Man sieht, dass in großen Bereichen der Kieferknochen durch Parodontose stark zurückgebildet ist, sodass die Zahnhälse nicht mehr von Knochenmasse umgeben sind.

Anhand der optischen Befunde, der sorgfältigen Sondierung und der Röntgenbilder wird ein Behandlungsplan ausgearbeitet, das heißt, man legt fest, welche Zähne erhalten werden können, und welche raus müssen.

Das Ziehen der Zähne beim Hund ist vergleichbar mit dem Ziehen von Weisheitszähnen des Menschen. Die meisten sind mehrwurzlig und sehr fest im Kiefer verankert. Das heißt, dass man jeden zu ziehenden Zahn nach einem festgelegten Schema in 2-3 Teile zersägt, und die entstandenen Teile einzeln entfernt. Danach wird das Zahnfleisch über den entstandenen Löchern sorgfältig vernäht. Wenn dies korrekt durchgeführt wird, ist es eine schonende Methode und die Hunde haben nach dem Ziehen der Zähne kaum Beschwerden.

Nachdem Luna aus der Narkose aufgewacht war, durfte wieder zurück nach Hause. In den ersten Tagen nach der Zahnsanierung bekam sie ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel, sowie Weichfutter. Bei der Kontrolluntersuchung nach 10 Tagen war ein Großteil der Fäden schon aufgelöst und das Zahnfleisch gut abgeheilt, nur noch ein paar gerötete Stellen ließen einen so großen Eingriff erahnen.

Da durch die gründliche Zahnsanierung die Entzündungsherde entfernt wurden, wird der Kieferknochen innerhalb weniger Wochen vollständig abheilen und schmerzlos, fest und widerstandsfähig werden, so dass Luna ohne Probleme wieder alle Futterarten essen kann. Und das ohne lästigen Mundgeruch oder Zahnschmerzen.


Lunas Fall ist kein außergwöhnlicher. Er zeigt aber sehr schön, dass den wenigsten Tieren, egal ob Hund oder Katze mit einer reinen Zahnsteinentfernung geholfen ist. Fast immer zeigen sich bei genauerer Untersuchung noch weitere Baustellen, die im Zuge der Narkose direkt behandelt werden sollten. Es ist nicht selten, dass eine geplante Zahnsteinentfernung dann doch in einer Zahnsanierung endet.


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