• Daniela Föller

Ich wünsche dir und deinen Vierbeinern ein frohes und gesundes neues Jahr!

Es wird mit Sicherheit genauso turbulent wie 2021 werden, aber hoffentlich im positiven Sinne.

In meiner Praxis startet der Januar direkt mit vielen Neuerungen!


Ich freue mich sehr, die Tierärztin Nadja Atrissi als neues Teammitglied vorstellen zu dürfen. Frau Atrissi hat ihre bisherige berufliche Laufbahn in verschiedenen Tierkliniken in Leipzig, Wien und Frankfurt verbracht und unterstützt mich ab Januar als zweite Tierärztin in Vollzeit. Neben der allgemeinen Tiermedizin liegen ihre Stärken im Bereich der inneren Medizin, Ultraschalldiagnostik, Notfallmedizin und stationären Intensivmedizin. Ein besonderer Interessenschwerpunkt liegt dabei auf der Gastroenterologie. Sie ist genau die Richtige wenn es darum geht, in detektivischer Kleinarbeit, die Ursache für Erkrankungen herauszufinden. Neben aller Kompetenz bringt sie auch eine riesengroße Portion Einfühlungsvermögen und Liebe zum Tier mit. So ist sie in ihrer Freizeit als Hundetrainerin tätig. Dabei liegt ihr das Training von „schwierigen Kandidaten“ besonders am Herzen.


Durch die tierärztliche Unterstützung werden wir sowohl Wartezeiten auf Behandlungs- und OP-Termine deutlich verkürzen, als auch die Termine innerhalb des Tages pünktlicher starten können.


Ich selber freue mich sehr darauf mich wieder mehr der chiropraktischen und osteopathischen Behandlung von Hunden und Pferden widmen zu können. So wird es im kommenden Jahr wieder regelmäßig „Pferde-Behandlungstage“ geben. Die entsprechenden Termine werde ich zukünftig auf der Homepage und bei Facebook veröffentlichen.


Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit zur Online-Terminvereinbarung. Ab Januar kannst du über einen Link auf der Praxishomepage oder direkt mit der PetsXL-App Behandlungstermine online buchen. Jederzeit und ohne umständliches Telefonieren. Du kannst einen Behandlungsgrund auswählen und bekommst dann mögliche Termine zur Auswahl gestellt. Diese Funktion wird ab 01 Januar für die häufigsten Behandlungen zur Verfügung stehen und dann stetig erweitert werden. Für erklärungsbedürftige Behandlungen, die online nicht genannt werden, müssen Termine weiterhin telefonisch vereinbart werden.


Wenn du nur einen Termin für Kleinigkeiten brauchst (z.B. Blutentnahme für Kontrolluntersuchungen, Krallen kürzen, Analdrüse entleeren, Antiparasitika-Beratung, Verfilzungen des Fells auskämmen…), und keine Beratung durch einen Tierarzt benötigst, kannst Du in Zukunft auch einen Termin bei einer TFA (tiermedizinischen Fachangestellten) buchen, und sparst so die Konsultationsgebühr.


Ab Januar arbeiten wir mit der PetsXL-App. Über diese App hast Du wichtige Gesundheits-Informationen deines Tieres (Behandlungsbefunde, Röntgenbilder, Blutbilder, Medikamentenpläne…) jederzeit am Computer oder Smartphone verfügbar. Du kannst über die App Termine vereinbaren, Medikamente bestellen, dich an die Tabletteneingabe deines Lieblings erinnern lassen und vieles mehr.


Die seit Oktober 2021 eingeführte Kooperation mit der „Kleintierkardiologie Giessen“ hat sich bewährt und wird in 2022 weitergeführt. Frau Dr. Estelle Henrich (Diplomate des ECVIM – CA Kardiologie, Fachtierärztin für Innere Medizin der Klein- und Heimtiere, Mitglied des Collegium Cardiologicum) kommt alle 4-6 Wochen zu uns nach Neuhof und führt kardiologische Untersuchungen bei Hunden und Katzen durch. Dieser Service steht für alle Tierbesitzer offen. Auch für Tierbesitzer, die einen anderen Haustierarzt haben und nur zur kardiologischen Abklärung nach Neuhof kommen. Befunde und Behandlungsempfehlungen werden selbstverständlich an den behandelnden Haustierarzt gesendet.


  • Daniela Föller

Ich möchte Euch heute einmal zeigen, wie eine typische Zahnsanierung abläuft. Unsere Patientin ist die 7 jährige Chihuahua-Mix Hündin Luna. Bei Luna wurde von einem Kollegen vor ca. 6 Monaten eine Zahnsteinentfernung vorgenommen. Dabei wurde der vorhandene Zahnstein entfernt und die Zähne aufpoliert, aber keine weiteren Untersuchungen vorgenommen. Nach einigen Wochen fiel dem Besitzer jedoch erneut ein unangenehmer Geruch aus dem Maul auf, obwohl nur sehr wenig Zahnstein vorhanden war. Leider findet Luna Tierärzte ziemlich doof, und eine eingehende Untersuchung des Mauls konnte in wachem Zustand nicht vorgenommen werden. Bei vorsichtigem nach hinten ziehen der Lefzen konnten wir jedoch sehen, dass mindestens ein Zahn im Oberkiefer vereitert war. Also wurde ein Termin für eine Zahnsanierung in Narkose vereinbart.


2 Wochen später war der große Tag gekommen. Als Luna in Narkose lag, wurde zunächst der vorhandene Zahnstein grob entfernt und der Zahnstatus per Sondierung ermittelt.

Uns bot sich folgendes Bild:


(Der Schlauch, den Ihr im Maul liegen seht, ist ein Tubus. Er liegt in der Luftröhre des Hundes, dichtet diese gegen Partikel und Wasser, das bei der Behandlung freigesetzt wird, ab und versorgt den Hund während der Narkose mit Sauerstoff und Narkosegas. Das Metallstück an den Fangzähnen ist ein Maulspreizer, er hält das Maul während der Untersuchung geöffnet, damit man eine bessere Übersicht hat.)

Schon nach dieser ersten Sondierung war klar, dass bei Luna heute einige Zähne gezogen werden müssen. Um ein vollständiges Bild des Zahnstatus zu bekommen, wurden zusätzlich Dentalröntgenbilder angefertigt.




Hier ist ein Beispielbild vom linken Oberkiefer. Man sieht, dass in großen Bereichen der Kieferknochen durch Parodontose stark zurückgebildet ist, sodass die Zahnhälse nicht mehr von Knochenmasse umgeben sind.

Anhand der optischen Befunde, der sorgfältigen Sondierung und der Röntgenbilder wird ein Behandlungsplan ausgearbeitet, das heißt, man legt fest, welche Zähne erhalten werden können, und welche raus müssen.

Das Ziehen der Zähne beim Hund ist vergleichbar mit dem Ziehen von Weisheitszähnen des Menschen. Die meisten sind mehrwurzlig und sehr fest im Kiefer verankert. Das heißt, dass man jeden zu ziehenden Zahn nach einem festgelegten Schema in 2-3 Teile zersägt, und die entstandenen Teile einzeln entfernt. Danach wird das Zahnfleisch über den entstandenen Löchern sorgfältig vernäht. Wenn dies korrekt durchgeführt wird, ist es eine schonende Methode und die Hunde haben nach dem Ziehen der Zähne kaum Beschwerden.

Nachdem Luna aus der Narkose aufgewacht war, durfte wieder zurück nach Hause. In den ersten Tagen nach der Zahnsanierung bekam sie ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel, sowie Weichfutter. Bei der Kontrolluntersuchung nach 10 Tagen war ein Großteil der Fäden schon aufgelöst und das Zahnfleisch gut abgeheilt, nur noch ein paar gerötete Stellen ließen einen so großen Eingriff erahnen.

Da durch die gründliche Zahnsanierung die Entzündungsherde entfernt wurden, wird der Kieferknochen innerhalb weniger Wochen vollständig abheilen und schmerzlos, fest und widerstandsfähig werden, so dass Luna ohne Probleme wieder alle Futterarten essen kann. Und das ohne lästigen Mundgeruch oder Zahnschmerzen.


Lunas Fall ist kein außergwöhnlicher. Er zeigt aber sehr schön, dass den wenigsten Tieren, egal ob Hund oder Katze mit einer reinen Zahnsteinentfernung geholfen ist. Fast immer zeigen sich bei genauerer Untersuchung noch weitere Baustellen, die im Zuge der Narkose direkt behandelt werden sollten. Es ist nicht selten, dass eine geplante Zahnsteinentfernung dann doch in einer Zahnsanierung endet.


Seit vielen Jahren gehört die regelmäßige Blutdruckmessung zu den Standart-Untersuchungen in der Humanmedizin. – Und das ist auch gut so. - Mit dieser einfachen Untersuchung kann nicht nur die aktuelle Kreislaufsituation eingeschätzt werden, sondern sie kann auch wertvolle Hinweise zur Erkennung oder zur Verlaufskontrolle von anderen Erkrankungen geben. Auch Ihr Tier kann von dieser schnellen und vor allem schmerzfreien Untersuchungsmethode profitieren!



Welche Ursachen hat Bluthochdruck beim Tier?

Anders als beim Menschen kommt Bluthochdruck beim Tier fast nie als eigenständige Erkrankung vor. Das bedeutet, sobald ein deutlich erhöhter Blutdruck festgestellt wird, hat man einen klaren Hinweis auf eine bestehende Grunderkrankung. Dabei handelt es sich meist um Erkrankungen des Herzens, der Nieren, Schilddrüsenüberfunktionen oder Diabetes Mellitus. Häufig ist die Blutdruckerhöhung eines der ersten Symptome und tritt schon auf, bevor das Tier krank wirkt oder Veränderungen im Blutbild sichtbar werden. Das macht die Blutdruckmessung zu einem perfekten Screening Verfahren zur Gesundheitsvorsorge beim Kleintier, da sie mit wenig Aufwand, schnell, schmerzfrei und kostengünstig durchgeführt werden kann.


Wie hoch ist der normale Blutdruck bei Haustieren:

Hunde: 133/75 mmHg (rassespezifisch) Katzen: 124/84 mmHg (rasseunabhängig)

Ab einem systolischen Blutdruck von > als 180mmHg oder einem diastolischen Blutdruck von >120mmHg liegt ein hohes Risiko für Organschädigungen vor. In der täglichen Praxis werden häufig Blutdruckwerte von >200, manchmal sogar >260 ermittelt. Bei solchen Patienten muss der Blutdruck medikamentös gesenkt und die zugrundeliegende Ursache gefunden werden.


Welche Folgen hat unbehandelter Bluthochdruck für mein Tier?

Der Bluthochdruck führt zu einer erhöhten Belastung des Herzens und zur Schädigung von kleinen Arterien, den sogenannten Arteriolen. Deshalb sind vor allem stark durchblutete Organe betroffen:

Augen (bis hin zu plötzlichem Erblinden, oder auch Einblutung ins Auge Nieren Herz Gehirn (Schwellungen oder Blutungen, die sich in Form von Kopfschmerzen, Depressionen, Lähmungen, Schlaganfällen, oder epileptischen Anfällen äußern können)


Wie läuft eine Blutdruckmessung ab?

Bei der Blutdruckmessung ist es wichtig auf das Tier und die jeweilige Situation einzugehen. Um Stresseinflüsse zu vermeiden, findet die Blutdruckmessung idealerweise zu Beginn der Untersuchung statt. Und wird am Vorderbein oder der Schwanzwurzel vorgenommen. Dazu rasiert man eine kleine Stelle über der Arterie frei, legt oberhalb eine Blutdruckmanschette an, und misst dann genau wie beim Menschen den Blutdruck durch Aufpumpen der Manschette und langsames Ablassen der Luft. Statt des Stethoskops beim Menschen nutzt man ein spezielles Gerät, das den wiedereinsetzenden Blutfluss registriert.


Mein Tier ist immer sehr aufgeregt, sind die Messungen dann auswertbar?

Wissenschaftliche Studien, die einen Tierarztbesuch simulierten, haben gezeigt, dass der Blutdruck beim Transport und im Wartezimmer meist zunächst erhöht ist. Der Blutdruck sinkt dann innerhalb von 10 Minuten wieder auf einen normalen Alltagswert. Bei der Untersuchung kann der Blutdruck dann wieder etwas steigen, aber auch bei unangenehmen Untersuchungen wie Fiebermessen steigt er meist nicht um deutlich mehr als 30mmHg an.

Das bedeutet: Das Tier muss möglichst stressarm behandelt werden. Sehr hohe Werte sind immer ein Alarmzeichen und dürfen auch bei stark aufgeregten Tieren nicht verharmlost werden.


Was kostet eine Blutdruckmessung?

Die Kosten für die reine Blutdruckmessung liegen bei <20€.


Ich möchte den Blutdruck meines Tieres kontrollieren lassen, brauche ich einen Termin dafür?

Aufgrund der Corona-Krise behandeln wir nur noch nach Terminvereinbarung.

Rufen Sie einfach während der Sprechzeiten an, um einen solchen zu vereinbaren.

Mo-Fr. 09.00 – 18:00 Uhr, unter Tel. 06655-1356.


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