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  • Daniela Föller

Clickertraining - Spiel, Spaß, Spannung und jede Menge Leckerchen

Aufgrund der aktuellen Beschränkungen sind alle Trainerstunden abgesagt und teilweise sogar ausgiebige Bewegung im Freien nicht möglich. Unsere Haustiere wollen aber trotzdem gefordert und ausgelastet werden. Eine spannende Alternative zum normalen Training kann das Einüben von Tricks und Kunststücken sein.



Doch wie bringt man diese bei?

Eine effektive und tierfreundliche Methode ist das Clickertraining. Nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Pferde, Ratten und sogar Vögel sind beim Training mit dem Clicker mit höchster Motivation dabei und zeigen innerhalb von kurzer Zeit erstaunliche Resultate.


Wozu dient der Clicker?

Euer Tier wird auf den Clicker konditioniert, das bedeutet es lernt, dass auf einen Click immer eine Belohnung in Form von Futter folgt. Dazu nimmt man in eine Hand ein kleines Leckerlie und in die andere den Clicker, idealerweise versteckt man beide Hände hinter dem Rücken (Euer Tier soll ja den Click mit dem Leckerlie verknüpfen und sich nicht die ganze Zeit auf die Hände konzentrieren). Dann wird (völlig grundlos) geklickt und sofort das Leckerchen gegeben. Nach einigen Wiederholungen hat Euer Tier eine Verknüpfung hergestellt: Clickgeräusch = Leckerchen. Diese Verknüpfung ist sehr wichtig, es kann sonst im späteren Training zu Problemen kommen. Der Click ist ein wertfreies Geräusch, es muss mit etwas Gutem in Verbindung gebracht werden. Und diese Verbindung muss so stark werden, dass sie im Unterbewusstsein des Tieres verankert wird. Dieser Vorgang nennt sich Konditionierung. Konditionierung kennen wir alle von unserer Schulzeit. Wenn früher der Pausengong ertönte, hatten wir plötzlich Heißhunger auf ein belegtes Brötchen. Wenn der Lehrer den Stapel mit den korrigierten Klassenarbeiten auf seinen Tisch legte, hatten wir sofort ein flaues Gefühl in der Magengegend….


Im zweiten Schritt lernt Euer Tier, dass es durch ein gewünschtes Verhalten einen Click, und somit eine Belohnung, auslösen kann. Der Click dient dazu, das Verhalten, das belohnt wird, sekundenbruchteil-genau zu markieren. Das Tolle daran ist, dass Euer Tier den Click selber auslösen kann! Es ist nicht passiv und bekommt etwas beigebracht, sondern ist selber der aktive Partner bei der ganzen Sache.

Es kann sich den Click und damit das Leckerchen selbständig erarbeiten - wann es will.


Wenn z.B. ein Trick einstudiert werden soll, bei dem eine Katze einen kleinen Ball mit der Nase anstupst und in ein Tor rollt, reicht zu Beginn eine leichte Bewegung des Kopfes in die Richtung des Balls aus, um einen Click auszulösen.

Die Katze versteht, dass der Ball wichtig ist, und dass es belohnt wird wenn sie zu ihm geht.


Im Folgenden muss die Katze immer etwas mehr leisten, um einen Click auzulösen.

Das Ganze ähnelt dem „Blinde-Kuh-Spiel“, wobei es in dieser Variante nur warm (Click + Belohnung) gibt. Wenn das Tier etwas falsch macht, folgt keine Konsequenz.

Es gibt also keine Form der Bestrafung für falsches Verhalten, dadurch ist das Training angst- und stressfrei und die Motivation der Tiere unglaublich hoch.


Wenn eine Übung gut funktioniert, könnt Ihr ein Kommando einführen. Dies kann eine Geste, oder ein Wort sein. Dieses Kommando gebt Ihr immer dann, wenn das Tier zur gewünschten Aktion ansetzt. So verknüpft es schnell die Aktivität mit dem Signal.

Um das Kommando zu festigen, Gebt Ihr später nur noch einen Click + Belohnung wenn ein entsprechendes Kommando gegeben wurde.



Jeder Trick wird in viele kleine Schritte zerlegt, es ist wichtig, dass Ihr erst wenn die Grundlagen sicher sitzen zum nächsten Trainingsschritt übergeht.

Wenn Euer Tier etwas nicht sicher beherrscht, geht Ihr völlig neutral, ohne Schimpfen oder schlechte Laune, 1-2 Schritte auf der Lernskala zurück und arbeitet an dieser einfacheren Stelle weiter.

Es ist wichtig nicht zu viel auf einmal zu verlangen.

Kurze Tainingseinheiten sind völlig ausreichend.

Wenn Euer Tier einen wesentlichen Schritt gemeistert hat, solltet Ihr das Training für diesen Tag beenden, um einen positiven Abschluss zu haben und die Motivation zu erhalten.

So könnten die einzelnen Lernschritte aussehen:

· die Katze schaut in Richtung des Balls

· sie nähert sich dem Ball

· sie berührt den Ball mit der Nase (wenn dieser Punkt funktioniert, kann man ein Kommando für die Berührung des Balls mit der Nase einführen)

· sie stupst ihn an, so dass er wegrollt

· sie rollt ihn über eine längere Strecke (wenn dieser Punkt funktioniert, kann man ein Kommando für das Rollen des Balls einführen)

· sie schiebt ihn in eine bestimmte Richtung

· sie manövriert ihn in ein Zieltor (wenn dies alles sitzt, kann man wiederum ein Kommando für den ganzen Trick einführen)


Das gesamte Training erfolgt komplett ohne Druck oder Zwang, es funktioniert nur über positive Verstärkung. Die meisten Tiere sind sehr eifrig bei der Sache, und die Beziehung zwischen Tier und Mensch wird nachhaltig gestärkt.


Tipp:

Mit dieser Methode kann man nicht nur zum Spaß Kunststücke einstudieren, sondern sie hat auch praktischen Nutzen im Alltag. So kann man auch andere Situationen trainieren. Wie z.B. Tierarztbesuche, Maulkorbtraining, Zeckenentfernen, Duschen, Wiegen bei Kaninchen und Meerschweinchen…






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